Vom ausgezeichneten Lehrling zur Mentorin des Jahres

von Andreas Wilm (Kommentare: 0)

Steffi Bauer ist Mentorin des Jahres 2025

Sie hat innerhalb weniger Jahre den Weg von einer ausgezeichneten Nachwuchskraft zur Vorbildfigur für die nächste Generation geschafft. Im Rahmen der Kärntner Lehrlingsgala am 26. Februar 2026 wurde Steffi Bauer zur „Mentorin des Jahres 2025“ gekürt – eine Auszeichnung, die ihr langjähriges Engagement in der Lehrlingsausbildung würdigt. Dabei stand sie schon einmal auf der Bühne dieser Veranstaltung. Im Jahr 2018 wurde sie „Lehrling des Jahres“. Nur ein Jahr später begann sie damit, ihre Erfahrungen und ihr Wissen an junge Menschen weiterzugeben. Die Malermeisterin bereitet die Kärntner Lehrlinge intensiv auf die Branchenwettbewerbe vor. Und das neben ihrem normalen Job beim Villacher Meisterbetrieb „Die Optimaler GmbH“.   

Lernen unter realen Bedingungen 

„Junge Menschen sind die Zukunft des Handwerks. Sie zu begleiten, ihr Potenzial zu fördern und ihre Entwicklung – fachlich wie persönlich – mitzuerleben, ist meine größte Motivation“, betont Bauer. Den Wert ihrer Arbeit sieht sie darin, dass aus Lehrlingen selbstbewusste Fachkräfte werden, die Verantwortung übernehmen und ihr Handwerk mit Stolz ausüben. Ihr Erfolgsrezept beschreibt sie selbst ganz schlicht: „Ich probiere einfach auf die Lehrlinge einzugehen. Ich unterstütze ihre Art und versuche, ihre positiven Eigenschaften zu stärken.“ Gleichzeitig legt sie großen Wert auf Ehrlichkeit. „Natürlich sage ich auch, wenn etwas nicht passt.“ Dieses direkte Feedback komme gut an, erzählt Bauer: „Viele sagen mir, dass ihnen so etwas noch nie jemand gesagt hat und sie dankbar dafür sind.“ Dass die Arbeit sie nie demotiviert, hat einen einfachen Grund: „Die Jugendlichen, die an Wettbewerben teilnehmen, sind selbst sehr motiviert. Sie wollen sich verbessern und etwas erreichen. Das begeistert einen selbst.“  

Erfahrung aus eigenen Erfolgen 

Das Sieger-Gen hat Steffi Bauer im Blut. Sie gewann selbst den Landeslehrlingswettbewerb der Maler und Beschichtungstechniker und schnappte sich den zweiten Platz beim Bundeslehrlingswettbewerb. Weniger als 1 Punkt fehlte damals zum Sieg. Diese Erfahrung hilft ihr heute bei der Vorbereitung ihrer Schützlinge. „Ich versuche den Lehrlingen ein Gespür dafür zu vermitteln, worauf die Jury achtet“, erklärt sie. Oft gehe es dabei um kleinste Details. Ein Beispiel: „Bei einem Lehrlingswettbewerb müssen gemalte Ecken wirklich spitz sein. Schon eine minimale Rundung kann zum Punkteabzug führen.“ 

Bildcredit: WKK I eventbox.at

Nächstes Ziel: Das oberste Stockerl 

Als Mentorin hat Bauer ein klares Ziel: Der Sieg bei einem der kommenden Bundeslehrlingswettbewerbe. Noch wichtiger als eine Medaille ist ihr aber die persönliche Entwicklung der Jugendlichen. „Allein durch die Teilnahme reifen sie enorm. Sie achten mehr auf Details in der Arbeit und werden selbstbewusster.“ Potenzial für kommende Meisterschaften hat sie bereits entdeckt. „Noch ist aber offen, wer tatsächlich bei den Kärntner Meisterschaften antreten wird“, sagt sie. Gleichzeitig weiß Bauer, dass die Branche vor Herausforderungen steht. „Es gibt immer weniger Lehrlinge im Malerhandwerk. Und nur wenige sind bereit, für einen Wettbewerb die Extrameile zu gehen.“ Gerade deshalb freut sie sich über alle, die diesen Weg einschlagen. 

Malerin, Meistermacherin und Mutter 

Dass Bauer sich so intensiv um den Nachwuchs kümmert, ist keine Selbstverständlichkeit. Neben ihrer Arbeit ist sie auch Mutter eines 3-jährigen Sohnes. „Ich bin im Job und in der Familie voll eingespannt. Deshalb finden die Trainings meist am Wochenende statt.“ Besonders intensiv wird die Vorbereitung vor dem Bundeslehrlingswettbewerb. „Da geben wir rund drei Monate Vollgas, um ganz vorne mit dabei zu sein.“ Die Powerfrau ist in ihrem Element, wenn sie das beschreibt. Ohne Worte des Selbstlobs. Eine echte Vorbildfigur für ihre Schützlinge. Und hochverdiente Mentorin des Jahres. 

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